Jaguar XF – Moderne Kunst

Als der XF vor einiger Zeit eingeführt wurde, waren Jaguar Traditionalisten geschockt. War das noch ein Jaguar fragten sie sich und beäugten die neue Raubkatze argwöhnisch. Natürlich war es für die britische Traditionsmarke eine Gratwanderung, ein Fahrzeug zu präsentieren welches so stark mit dem Design des Vorgängers brach. Aber genau das war der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Neue Käufer mussten für die leicht antiquiert wirkende Marke gewonnen werden. Und die bringt der elegante, moderne XF!

Auch wir hatten ein Auge auf den “red dot design Award”-Gewinner geworfen, als wir ein Premium-Fahrzeug für einen Fahrbericht zur Berliner Fashion Week suchten. Mode, extravagante Szeneleute und schrille Shows in der Hauptstadt, dass Revier des schicken XF. Mächtig thront der verchromte Kühlergrill in der Frontpartie und zeigt an, dass hier kein Underdog kommt. Der Wechsel im Design, zwischen der dominanten Front und der coupéhaften Linie die in einem eleganten Heck mündet, macht den XF so faszinierend.

Innen geht die Modernisierung radikal weiter. Wir brachen in den frühen Morgenstunden auf und erlebten direkt die Schokoladen-, ähm, standesgemäß sagen wir, die Praliné-Seite des XF. Alle wichtigen Schalter und Bedienelemente sind indirekt bläulich illuminiert. Ein sehr moderner Innenraum, dazu feinstes Leder, sehr gute Sitze und dezente Holzbeplankung. Dies beutet in Summe, dass sich nach kürzester Zeit ein behagliches Gefühl ausbreitet, dass einen leise sagen lässt “Ich bin Zuhause”.

Leise ist das Zauberwort des Jaguar XF. Für unseren Fahrbericht hatten wir den XF mit dem 275 PS Bi-Turbo-Diesel-Triebwerk ausgesucht.

Für viele gilt der doppelt aufgeladene Commonrail-Diesel mit drei Litern Hubraum aus dem Hause BMW mit seinen 286 PS als das Maß der Dinge. Und auf dieser Vorgabe haben die Briten einen guten Job gemacht: “Wir haben uns bei der Entwicklung unserer neuen Diesel an den BMW-Triebwerken orientiert, die für uns hier klar die Benchmark sind, lobt Neil Hume, bei Jaguar für die Entwicklung der Dieseltriebwerke zuständig, sich und sein Team. “Und gegenüber denen müssen wir uns mit unseren neuen Motoren beileibe nicht mehr verstecken.”

In Verbindung mit der weich schaltenden 6-Gang Automatik ist der neue 3-Liter-Turbodiesel das perfekte Triebwerk für den XF. So leise, dass im Innenraum bei einer Reisegeschwindigkeit von rund 200km/h nur das helle Klimpern der langen Ohrringe der Beifahrerin zu hören sind. Wir sind begeistert, zumal sich der Spritverbrauch trotz stolzer Fahrwerte bei rund 8 Liter Diesel auf 100km einpendelt. Das ist ein Verbrauch, den haben manche Wagen die gerade einmal die Hälfte der Leistung des XF haben.

Selbst bei niedriger Geschwindigkeit verfügt der XF über einen sonoren, der Wagenklasse entsprechenden Sound. Und der ist nicht nur Show, gewaltige 600 Nm lassen den Jaguar souverän nach vorne preschen.

Ein ideales Reisefahrzeug das mit hervorragender Verarbeitungsqualität glänzt und über einen voluminösen Kofferraum verfügt. So schaut entspanntes, stilvolles Reisen aus. Einzig die Bedienung des Navigationsdisplays wünschten wir uns etwas einfacher. Und müssen zu Lasten des schönen, klaren Innenraumsdesigns, wirklich die Schalter der Sitzheizung umständlich ins Multifunktionsdisplay integriert werden? Aber dies lässt sich in Anbetracht der vielen Vorzüge des XF verschmerzen.

 

Wer heute im Upper Premium Segment nach einem hochwertigen Fahrzeug sucht, sollte den XF auf der Liste haben!

Modernste Technik, schick und qualitativ sehr hochwertig verarbeitet. Immerhin sahnt Jaguar bei der Marktforschungsorganisation J.D. Power für seine Fertigungsqualität einen Preis nach dem anderen ab. Der Einstieg in den Jaguar XF 3.0 S Luxury, lässt sich der Händler mit 55.100 Euro vergüten. Aktuell bietet Jaguar eine “Diesel-Edition” an, die den XF preislich noch attraktiver macht. Allerdings ist auf der Preisliste das wichtigste Ausstattungsmerkmal nicht zu finden – dass emotionale Erlebnis ein ganz besonderes Premium-Automobil zu bewegen. Wecken Sie die Raubkatze in sich!

Text: Bernd Schweickard

Foto: Nina Ziegler

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