100. Spiel FC Bayern – HSV

Jubel-Jubiläums-Spiel

 

1964 siegt der FC Bayern München im ersten Aufeinandertreffen mit 4:0 gegen den HSV. Im Jubiläumsspiel 2015, beim 100. Aufeinandertreffen der beiden Bundesliga-Größen, verdoppelte Bayern München das Endresultat auf 8:0.

Dabei gab es in der Vergangenheit große Momente des HSV. 1982 marschierte der HSV in München noch zum Titel. Durch Tore der HSV Legenden Jimmy Hartwig, Thomas von Heesen und natürlich Horst Hrubesch, konnte man den Abstand auf Verfolger Bayern München weiter ausbauen. HSV Trainer Ernst Happel konnte aber auch im Vergleich zu heute auf weitere Spielergrößen setzen. Manni Kaltz, Ditmar Jacobs, Felix Magath und Uli Stein im Tor waren damals das, was man als kleiner Junge wohl ein Sportidol nannte.

Natürlich gab es die auch im Kader des damaligen und 2013 verstorbenen Bayern Trainers Pal Csernai. Klaus Augenthaler, Paul Breitner, Dieter Hoeneß und der heutige FC Bayern München Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge waren damals meine persönlichen Helden des Fussballs, als ich dem runden Leder auf dem Bolzplatz hinterher jagte.

 

Im Jubiläumsspiel 2015 sollte es anders sein. Es sollte ein Spiel werden, dass die 75.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena so schnell nicht vergessen werden. Neben den acht Toren gab es noch so viele emotionale Momente, nicht nur wegen der Gedenkminute für Udo Lattek vor der Partie.

Zum Beispiel stand der von Verletzungen geplagte Holger Badstuber erstmals wieder seit dem dritten Spieltag in der Anfangsformation der Abwehr. Diese stand im Gegensatz zu den ersten beiden Spieltagen so sicher, dass der angriffsschwache HSV zu keinem Zeitpunkt das rechte Mittel fand, die Abwehrspieler des FC Bayern in Verlegenheit zu bringen.

 

Beim HSV sah es genau gespiegelt aus. Nach dem von Thomas Müller verwandelten Hand-Elfmeter, folgte schnell das 2:0, als Götze einen abgeprallten Ball einnetzte. Richtig Stimmung bei den Zuschauern kam auf, als Arjen Robben, der seit einiger Zeit in großer Spiellaune ist, seine „Robben-Solo-Magic“-Nummer auspackte. Den Ball holt er sich selbst an der Mittellinie ab, läuft dann die Seitenlinie hoch um ungefähr 25 Meter vor dem Tor in einem 90 Grad Winkel parallel links zu diesem abzubiegen. Ein Traumschuss folgt und schon stand es 3:0 und die Südkurve machte richtig Stimmung.

Direkt nach der Pause zeigte sich Robben in der eiskalten Arena immer noch heiß auf mehr. Als der Linksfuß Torwart Drobny rechts überwunden hatte und das 4:0 markierte, war er selbst überrascht dass er mit seinem rechten Fuß traf. Bayern-Kapitän Bastian Schweinsteiger, der den normal in dieser Rolle spielenden Phillip Lahm verletztungsbedingt ersetzte, eilte sofort herbei um ihm diesen sonst wenig benutzten rechten Schuh zu putzen.

Der FC Bayern schoss sich praktisch in einen Rausch und die Fans kamen aus dem Jubeln kaum raus. Der wieder genesene Ribéry kam Mitte der zweiten Halbzeit und verwandelte zum 7:0. Dann nahm der FC Bayern das Tempo raus, sonst hätte es an diesem Nachmittag ein zweistelliges Ergebnis werden können.

Der HSV war im 100. Aufeinandertreffen zum Leid der rund 6.000 mitgereisten Fans körperlich nicht auf dem Platz und mental an der Alster geblieben. Die offensive Aufstellung von Trainer Joe Zinnbauer wurde vom Meister aus München bitter bestraft. Wobei es sicherlich nicht nur an der Taktik und Aufstellung gelegen hat. Die Hamburger ließen an der Körpersprache anmerken, dass sie heute nicht bereit zum Kampf waren. Kapitän van der Vaart war praktisch nicht sichtbar und bettelte nach seiner gelben Karte nach der nächsten, um wohl frühzeitig die kalte Arena verlassen zu können.

 

So gab es in diesem 100. Spiel für beide Seiten Erkenntnisse. Der HSV ist weiterhin noch sehr weit von seiner früheren Größe entfernt und beim FC Bayern München scheint der Motor nach dem leicht holprigen Start in die Rückrunde nun auf Betriebstemperatur zu sein. Dazu die gelungene Rückkehr der Verletzten Badstuber, Ribery und Rafinha. Eine ideale Generalprobe wenn es am Dienstag Abend in der Champions League zum Auswärtsspiel nach  mit nach Schachtjor Donezk geht.

 

www.fcbayern.de

 

Text: Bernd Schweickard

(c) Foto: Jens Scheibel

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